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Matthias Sachau : Wir tun es für Geld

Sachau, Matthias:
Wir tun es für Geld : Roman / Matthias Sachau – Orig.-Ausg., 4. Aufl. – Berlin : Ullstein, 2010. – 350 S. – (Ullstein; 28144)

ISBN 978-3-548-28144-5
kart. : EUR 8,95

Die erfolgreiche Bankerin Ines lebt mit Lukas, Halbtags-Verkäufer für Herrenunterwäsche bei Karstadt, in einer WG zusammen – als Freunde versteht sich. Als sich Ines eines Tages mit ihrem Freund Bernd durchrechnet, wieviel sie jährlich an Steuern zahlen, beschließen sie mit Lukas eine Scheinehe zu führen, um das Ehesplitting für sie in Anspruch zu nehmen. Soweit so gut, bis eines Tages unter ihnen ihr zuständiger Finanzbeamter Ekkehart Stöckelein-Grummler einzieht und sich noch dazu mit Lukas und Ines anfreundet. Als sich Lukas dann auch noch tatsächlich in Ines verliebt, ist das Chaos komplett.

“Wir tun es für Geld” ist ein herrlich heiterer Roman rund um die Liebe, Geldgier und die Schwierigkeit, das Leben ganz allein ohne die Fürsorge Mamas zu führen. Sachau entfaltet Seite für Seite eine wirklich witzige Geschichte, die zwar ein, zwei kleine logische Fehler hat, sich aber trotzdem schnell und einfach liest. Sonst gibt es zu diesem Roman eigentlich nicht wirklich zu sagen. Fans von Tommy Jaud oder Moritz Netenjakob werden auch hier voll auf ihre Kosten kommen!
Als schnelle, heitere Lektüre wärmstens zu empfehlen!

Angela Choi : Hello Kitty muss sterben

Choi, Angela S.:
Hello Kitty muss sterben : Roman / Angela S. Choi. Dt. von Ute Brammertz – 1. Aufl. – München : Luchterhand, 2010. – 285 S.

ISBN 978-3-630-87339-8 / 3-630-87339-1
kart. : EUR 15,40

Fiona Yu ist gefangen zwischen zwei Welten. Als amerikanische Chinesin hat sie sich zwar eine schöne Karriere als erfolgreiche Firmenanwältin aufgebaut, ist aber auch der anderen Seite dank ihrer Eltern, bei denen sie immer noch wohnt, stark an die chinesischen Traditionen gebunden. Und um diesen alten Traditionen gerecht zu werden, versucht Fionas Vater verzweifelt, die mittlerweile 30ig-Jährige Tochter mit einem chinesischen Landsmann zu verkuppeln.
Auch ein alter Schulfreund Fionas taucht auf der Bildfläche auf: Sean, angesehener plastischer Chirurg und nebenbei Serienmörder. Das trifft sich insofern natürlich gut, weil Fiona sich so schnell und einfach ihrer unliebsamen Date-Partner entledigen kann. Und mit Seans Unterstützung traut sich Fiona schon bald auch zu, die ersten “Fälle” alleine zu lösen.

Chois Erstlingswerk “Hello Kitty muss sterben” liest sich ein wenig wie eine Mischung aus Ellis “American Psycho” und einem beliebigen heiteren Roman a la Tommy Jaud. Im Unterschied zu Ellis Werk geht die Protagonistin aber bedeutend unblutiger ans Werk, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.
Obwohl die ersten 20 Seiten gerade als Einstieg sehr pikant und gewöhnungsbedürftig sind, liest man sich doch recht schnell durch die verbleibenden 260 Seiten, die hie und da auch mit einer schönen Brise schwarzem Humor aufwarten.

Mein Fazit: Wer gerne tief gehende, anspruchsvolle Geschichten liest, ist mit “Hello Kitty muss sterben” sicher falsch beraten. Aber als nette Unterhaltung für Zwischendurch taugt der Roman allemal.

Erich Hackl : Abschied von Sidonie

Hackl, Erich:
Abschied von Sidonie : Erzählung / Erich Hackl – Zürich : Diogenes, 1989. – 127 S.

ISBN 3-257-01824-X
fest geb. : ca. EUR 7,00

In den wirtschaftlich schwierigen Anfangsjahren der 30er-Jahre wird eines Nachts ein Kleinkind namens Sidonie an der Pforte des Krankenhauses in Steyr ausgesetzt. Nachdem die Nachforschung des Magistrats nach der Mutter vorerst ergebnislos verläuft, kommt Sidonie zur Pflegefamilie Breirather, die sich aufopfernd um die Kleine kümmert. DIe Zeiten für die Familie Breirather wird leider immer schwieriger, da der Familienvater Hans aktiver Sozialdemokrat und Schutzbündler ist und nach den Schlachten mit der Heimwehr in Arrest kommt.
Der Familie gelingt es dennoch, sich in diesen harten Zeiten durchzuschlagen und sich über Wasser zu halten. Nach dem Anschluss an Deutschland wird die Abstammung der kleinen Sidonie immer mehr zum Thema, da sie ihre schwarze Haut als “Zigeunerin” auszeichnet. Trotz der verzweifelten Interventionsversucht der Familie erhalten sie eines Tages den Bescheid, dass die angebliche Mutter der Sidonie ausfindig gemacht wurde und sie dieser zugeführt werden soll.
Hinter dieser angeblichen Zusammenführung von Mutter und Tochter steht letzten Endes jedoch ein Deportationszug in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, wo Sidonie wenige Wochen später ums Leben kommt.

Erich Hackls “Abschied von Sidonie” erzählt uns das traurige Schicksal eines kleinen Mädchens, das nur aufgrund seiner Abstammung in die tödlichen Fänge des Nationalsozialismus gerät. Ähnlich wie das Tagebuch der Anne Frank zählt auch dieser Schicksalsroman zu den Klassikern zum Thema Nationalsozialismus, um den man als Schüler – zu recht – nur schwer herum kommt.
Hackl lässt in seinem Werk einen nicht näher genannten Chronisten die Geschichte in knappen, ungeschmückten und scheinbar emotionslosen Sätzen erzählen. Trotz oder vielleicht auch wegen dieser erzählerischen Distanz entwickelt sich mit fortlaufender Geschichte eine ungeheure Emotion, die den Leser in ihren Bann zieht. Die Emotion mag vielleicht auch daher rühren, dass man sich als Leser bewusst ist, dass Hackl hier nur ein exemplarisches Schicksal herausgreift und es noch viele weitere Kinder gegeben hat, denen leider ein ähnliches Schicksal zu Teil wurde.
Eine klare Empfehlung für Liebhaber von authentischen Erzählungen und Schicksalsromanen.

Da der “Abschied von Sidonie” nicht nur zu den Klassikern österreichischer Literatur zählt, sondern auch von Schülern immer wieder gelesen wird, sollte dieses Werk in keiner Bücherei fehlen.

Michail Bulgakov : Der Meister und Margarita

Bulgakov, Michail A.; Reschke, Thomas
Der Meister und Margarita : Roman / Michail Bulgakow. Aus dem Russ. von Thomas Reschke. Mit literaturgeschichtlichen Anm. von Ralf Schröder – 10. Aufl. – München : Luchterhand, 2009. – 500 S.

ISBN 978-3-630-62093-0
kart. : EUR 9,90

Eigentlich würde ich an dieser Stelle ja gerne wie gewohnt eine ausführliche Rezension über dieses Werk – an sich ein Klassiker – bringen. Nur leider war der Inhalt meines Erachtens nach so schwachsinnig, dass ich die Lektüre bei etwa 220 Seiten abgebrochen habe. An sich habe ich surreale und phantastische Literatur sehr gerne, aber “Der Meister und Margarita” schießt hier weit übers Ziel hinaus. Bei der Verunglimpfung der Kreuzigung Christi war dann für mich endgültig der Ofen aus.
Also wer gerade auf der Suche nach einem surrealen Roman ist, sollte wohl besser zu Flann O’Brians “Der dritte Polizist” greifen.

Danielle Steel : Ein unglaubliches Geschenk

Steel, Danielle:

¬Ein¬ unglaubliches Geschenk : Roman / Danielle Steel. Aus dem Engl. von Silvia Kinkel. – Augsburg : Weltbild, 2008. – 349 S.
Einheitssacht.: Amazing Grace <dt.>

ISBN 978-3-8289-9279-5
fest geb. : EUR 16,95

NE: Kinkel, Silvia [Übers.]



Es sollte für alle ein unvergesslicher Abend werden. Sarah Sloane hatte sich tüchtig ins Zeug gelegt, um eine noch nie dagewesene Benefizgala in San Francisco auf die Beine zu stellen. Sogar den Pop-Star Melanie Free konnte sie für einen Auftritt engagieren. Nur mit einem hat zu diesem Zeitpunkt noch niemand gerechnet. Ausgerechnet während Melanies traumhaften Auftritt reisst ein Erdbeben der Stärke 7,9 die feiernde Gästeschar wieder abrupt zurück in die Realität. Während die ersten Besucher noch unter Schock stehen, macht sich die zufällig anwesende Schwester Maggie daran, den Verletzten zu helfen, während der Fotograf Everett Carson alles auf Bild festhält. So abrupt der Abend mit dem Erdbeben auch geendet hatte, so schnell beginnen dessen Opfer auch, feste Banden der Freundschaft zu knüpfen. Und sowie das Erdbeben einen Neuanfang für viele Teile San Franciscos bedeutet, beginnt auch für die Melanie, Schwester Maggie, Everett und Sarah ein neues Leben.

Voll Gefühl schildert uns Danielle Stelle auf 350 Seiten die vier Schicksale ihrer Hauptcharaktere. Trotzdem fällt es nicht so leicht, den Roman einem bestimmten Genre zuzuweisen, da sich zwischen dem Buchdeckel sowohl Liebesroman, Schicksalsroman und Frauenroman verbirgt.
Durch die verschiedenen Schicksale zieht sich auch die verbindenden Frage nach der individuellen Freiheit. Kann sich der Pop-Star aus der Umklammerung der karrieresüchtigen Mutter befreien? Überwiegt das ewige Keuschheitsgelübde die zum ersten Mal empfundenen Liebesgefühle zu einem Mann?
Mit leichter und bildreicher Sprache verleiht Danielle Steel ihren Figuren eine gute Tiefe und versteht es auch, die Geschichte durchaus spannend über die einzelnen Kapitel aufzubauen. Natürlich stellt die Autorin in ihrem Roman keine neuen Themen vor. Trotzdem handelt es sich hier um einen romantisch mitreißenden Lesestoff, der nicht nur fesselt, fasziniert und ergreift, sondern auch beste Unterhaltung für jede Jahreszeiten verspricht.

Da sich Romane von Danielle Steel nach wie vor großer Beliebtheit vor allem bei der weiblichen Leserschaft erfreuen und bereits billige Lizenzausgaben erhältlich sind, kann jeder Bücherei zu einem Ankauf geraten werden.