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Danielle Steel : Ein unglaubliches Geschenk

Steel, Danielle:

¬Ein¬ unglaubliches Geschenk : Roman / Danielle Steel. Aus dem Engl. von Silvia Kinkel. – Augsburg : Weltbild, 2008. – 349 S.
Einheitssacht.: Amazing Grace <dt.>

ISBN 978-3-8289-9279-5
fest geb. : EUR 16,95

NE: Kinkel, Silvia [Übers.]



Es sollte für alle ein unvergesslicher Abend werden. Sarah Sloane hatte sich tüchtig ins Zeug gelegt, um eine noch nie dagewesene Benefizgala in San Francisco auf die Beine zu stellen. Sogar den Pop-Star Melanie Free konnte sie für einen Auftritt engagieren. Nur mit einem hat zu diesem Zeitpunkt noch niemand gerechnet. Ausgerechnet während Melanies traumhaften Auftritt reisst ein Erdbeben der Stärke 7,9 die feiernde Gästeschar wieder abrupt zurück in die Realität. Während die ersten Besucher noch unter Schock stehen, macht sich die zufällig anwesende Schwester Maggie daran, den Verletzten zu helfen, während der Fotograf Everett Carson alles auf Bild festhält. So abrupt der Abend mit dem Erdbeben auch geendet hatte, so schnell beginnen dessen Opfer auch, feste Banden der Freundschaft zu knüpfen. Und sowie das Erdbeben einen Neuanfang für viele Teile San Franciscos bedeutet, beginnt auch für die Melanie, Schwester Maggie, Everett und Sarah ein neues Leben.

Voll Gefühl schildert uns Danielle Stelle auf 350 Seiten die vier Schicksale ihrer Hauptcharaktere. Trotzdem fällt es nicht so leicht, den Roman einem bestimmten Genre zuzuweisen, da sich zwischen dem Buchdeckel sowohl Liebesroman, Schicksalsroman und Frauenroman verbirgt.
Durch die verschiedenen Schicksale zieht sich auch die verbindenden Frage nach der individuellen Freiheit. Kann sich der Pop-Star aus der Umklammerung der karrieresüchtigen Mutter befreien? Überwiegt das ewige Keuschheitsgelübde die zum ersten Mal empfundenen Liebesgefühle zu einem Mann?
Mit leichter und bildreicher Sprache verleiht Danielle Steel ihren Figuren eine gute Tiefe und versteht es auch, die Geschichte durchaus spannend über die einzelnen Kapitel aufzubauen. Natürlich stellt die Autorin in ihrem Roman keine neuen Themen vor. Trotzdem handelt es sich hier um einen romantisch mitreißenden Lesestoff, der nicht nur fesselt, fasziniert und ergreift, sondern auch beste Unterhaltung für jede Jahreszeiten verspricht.

Da sich Romane von Danielle Steel nach wie vor großer Beliebtheit vor allem bei der weiblichen Leserschaft erfreuen und bereits billige Lizenzausgaben erhältlich sind, kann jeder Bücherei zu einem Ankauf geraten werden.

Elfriede Jelinek : Die Liebhaberinnen

Jelinek, Elfriede:
Die Liebhaberinnen / Elfriede Jelinek. – 25. Aufl. – Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2004. – 156 S. – (rororo ; 12467)

ISBN 3-499-12467-X
kart. : EUR [7,95]


Brigitte verdient ihren Lebensunterhalt in einer Fabrik als Näherin am Fließband. Noch. Denn sie träumt von Größerem – von einem neuen Lebensglück mit Heinz, einem zukünftigen Elektriker. Doch dieser muss zuerst von seinem Glück überzeugt werden. Hier wartet jede Menge Arbeit auf Brigitte, die sie unter allen Umständen und mit allen Mitteln zu leisten bereit ist. Ihr gegenüber steht Paula, ein junges Mädchen, das sein Glück in der Schneiderei finden möchte. Doch stattdessen findet sie die Liebe. Sie wird von einem Holzarbeiter schwanger und sieht sich dem schweren Schicksal einer allein erziehenden Mutter, die ihre Lehre abbrechen und sonst nichts gelernt hat, gegenüber.

Die mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Autorin Elfriede Jelinek beschreibt in diesem Schicksalsroman mit sehr einfachen, direkten Worten eine Alltagsgeschichte, wie sie fast überall stattfinden könnte. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche unterschiedlichen Schicksale Frauen aus einfachen Verhältnissen offen stehen und welche Entbehrungen sie dafür auf sich nehmen müssen.
Die Autorin nimmt sich bei der Beschreibung der beiden Frauenschicksale wahrlich kein Blatt vor den Mund. Durch die äußerst drastische und brutale Ausdrucksweise wirkt der Roman jedoch nicht nur vulgär sondern durchaus auch menschenverachtend. Den maßgebenden Romanfiguren weist Jelinek sehr einfache Stereotypen zu. So werden Männern stets als triebgesteuerte, sexbesessene und gewalttätige Alkoholiker und Frauen als berechnende, devote und mäßig intelligent beschrieben.
Jelinek bedient sich sehr gerne der Wiederholung als sprachliches Mittel, wodurch sie der alltäglichen Eintönigkeit in der Romanhandlung Ausdruck verleiht. Die durchwegs verwendete Kleinschreibung steht dem Lesefluss des Romans zusätzlich ständig im Weg, sodass sich hier die Frage stellt, welchen Zweck das Lektorat wohl damit verfolgt hat.
Lesevergnügen kann hier trotz der interessanten Thematik leider sowohl aufgrund der Ausdrucksweise als auch der formalen Gestaltung nicht aufkommen.

Da es sich bei der Autorin um eine österreichische Nobelpreisträgerin handelt, wird man wohl um einen Ankauf dieses Romans nicht herum kommen. Jedoch wird die mögliche Zielgruppe aufgrund der sprachlichen Brutalität sehr stark eingeschränkt sein.