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Martin Suter : Small World

Suter, Martin:
Small world : Roman / Martin Suter – 31. Aufl. – Zürich : Diogenes, 2008. – 323 S. – (detebe; 23088)

ISBN 3-257-23088-5
kart. : EUR 9,90


Die Villa der Familie Koch auf Korfu steht in Flammen. Und gerade Konrad Lang, der betagte, alkoholabhängige und lebenslange Freund des Erben der berühmten Koch-Werke Thomas Koch, zeichnet für diesen Brand verantwortlich. Der Grund für das Feuer dürfte in einer kurzen Unachtsamkeit Konrads gelegen haben. Noch dazu scheinen sich solche Konzentrationsschwächen und Erinnerungslücken bei Konrad immer weiter zu häufen. Als sein Leben mit der Bekanntschaft von Rosemarie Haug eine positive Wendung zu nehmen scheint, bekommt er eine erschütternde Diagnose. Er ist an Alzheimer erkrankt. Mit seinem beginnenden geistigen Verfall treten aber plötzlich auch Bruchstücke von alten Kindheitserinnerungen auf, die 80-jährige Elvira Senn, graue Eminenz und noch immer Lenkerin der Koch-Werke, zunehmend nervös machen. Doch was liegt in der Vergangenheit, das niemand erfahren darf?

Martin Suter gelingt es in seinem Roman “Small World” hervorragend, mehrere Themen auf interessante und spannende Weise mit einander zu verknüpfen. So fesselt auf der einen Seite die Entwicklung des Krankheitsverlaufes von Konrad Lang und auf der anderen Seite die zunehmend verworrenen Beziehung, die zwischen Thomas und Elvira Koch und Konrad Lang liegen. Und mit zunehmender Fortdauer und steigender Nervosität Elvira Senns kommt auch noch eine kleine Portion Krimispannung mit dazu.
Obwohl sich Martin Suter eine recht knappe und kalt anmutende Erzählweise bedient, transportiert dieser Roman jedoch eine gehörige Portion Gefühl mit sich. Mitunter stellt man sich sogar die Frage, ob es nicht gerade dieser prägnante Stil des Autors ist, der den Leser dazu anregt, die Gefühlsebene in seinem Kopf weiter zu spinnen und sich seine eigenen, weiterführenden Gedanken zu machen.
Auch aufgrund der hervorragend verarbeiteten Thematik “Dementz und Alzheimererkrankung” liest sich der in etwa 330 Seiten starke Roman wie im Flug. Und selbst am Ende gelingt es dem Autor noch, den Leser mit der Aufdeckung der tatsächlichen Hintergründe zu überraschen.
Wer also gerade nach einer kurzweiligen, nicht unbedingt heiteren Lektüre sucht, sei dieser Roman wärmstens ans Herz gelegt.