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Michael Lister : Selbstauslöser

Lister, Michael:

Selbstauslöser : Roman / Michael Lister. Aus dem Amerikan. von Barbara Christ – Hamburg : Hoffmann und Campe, 2011. – 237 S.

ISBN 978-3-455-40328-2
fest geb. : EUR 20,60

Remington James ist auf der Sucher. Auf der Suche nach sich selbst, seinem Platz im Leben und nach einmaligen Naturaufnahmen, die er mit seinen Fotofallen im Wald seiner Familie im tiefsten Florida zu schießen hofft. Als er eines späten Abends nach seinen Fotofallen sehen will, passiert etwas Unglaubliches. Eine seiner Fallen hat vor kurzer Zeit tatsächlich einen Mord aufgenommen. Zu seinem Unglück ist der Täter, der noch dazu Unterstützung von mehreren Gesellen bekommt, noch vor Ort und so beginnt eine Jagd, bei der der Fotojäger selbst zum Gejagten wird.
Kann es Remington James rechtzeitig vor seinen Häschern zum rettenden Fluss schaffen? Oder wird auch sein Leben heute Abend im Wald ein Ende finden?
Michael Lister legt mit “Selbstauslöser” einen etwas untypischen Thriller mit sehr viel Lokalkolorit vor. Während aus seinen Zeilen zum einen die Liebe zur Natur und zur Fotografie hervor tritt, versucht er zum Anderen auch durch prägnant kurze Satzfragmente zusätzlich Stimmung zu erzeugen – was jedoch nur teilweise gelingt.
Gerade die den einzelnen Erzählabschnitten vorangestellten kurzen “Atmosphären-Wörter” lassen den wegen der entweder durch die schlechte Übersetzung oder durch den holprigen, gezwungenen Schreibstil nur langsam entstandenen Lesefluss schnell wieder abreissen.
Während die erste Hälfte des Buches noch stark von Reflexionen über Remingtons Leben, seine nicht immer einfache Liebe zu seiner Frau Heather und die Fotografie im Allgemeinen dominiert wird, nimmt das Buch ab der Hälfte doch merklich an Rasanz zu, die sich jedoch in einem Grande Finale auflöst, das selbst für einen Thriller äußerst unrealistisch ist.
Abgeschlossen wird der Roman noch mit einer gehörigen Prise Pathos, wobei der Autor einige Fragen zur Aufklärung des “Jagdauslösers” – bewusst oder unbewusst – offen lässt.
Fazit: “Selbstauslöser” bietet einen sehr guten Plott und ein vielversprächendes Setting, mag jedoch aufgrund der langatmigen Zwischenpassagen und Reflexionen als Thriller nur bedingt zu begeistern. Für Liebhaber klassischer Spannungslektüre daher nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.