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Reinhold Ziegler : GRID alive

Ziegler, Reinhold:

GRID alive / Reinhold Ziegler – Wien : Ueberreuter, 2010. – 271 S.

ISBN 978-3-8000-5570-8
fest geb. : EUR 12,95

Die beiden Teenager-Mädchen Anabell und Ljusja sind seit ihrer frühesten Kindheit beste Freundinnen. Als sich Anabell in den um einige Jahre älteren Informatik-Student Robert verliebt, möchte sie gerne mehr über die bis dato unbekannten Welt der Computer erfahren und lernt so gemeinsam mit Ljusja Joker und Nils kennen, beides Jungs in ihrem Alter und Fachmänner auf diesem Gebiet.
Vor allem Joker ist ein Genie – und das nicht nur, was Computer betrifft. Sein Ziel ist es sogar, eine künstliche Intelligenz zu schaffen, um damit einen hoch dotierten Informatik-Preis zu gewinnen. Und seine neuen Freunde sollen ihm bei diesem Unterfangen helfen.
Nach vielen Nächten harter Arbeit ist es schließlich soweit. GRID – Jokers geschaffene künstliche Intelligenz – ist „alive“. Doch schon bald merken die Freunde, dass GRID immer mehr außer Kontrolle gerät. Während er sich anfangs nur selbständig mit Daten aus dem Internet füttert, schickt er schon bald auch selbständig bedrohliche Emails an die vier Teenager.
Als schließlich sogar das Löschen von GRID misslingt, verschwindet sogar Geld von Konten … und schließlich sogar Anabell.
Reinhold Ziegler präsentiert in „GRID alive“ auf 270 Seiten einen packenden, spannenden Jugendthriller rund um die Themen Computer, Liebe – angefangen von unerfüllter Schwärmerei bis hin zur rücksichtlosen Besessenheit -, Freundschaft, menschliche und künstliche Intelligenz sowie Verantwortung.
Obwohl die auch für erwachsene Leser gekünstelt wirkende Jugendsprache zu Beginn der Lektüre ein wenig störend auf den Lesefluss wirkt, wird der Leser schon auf den ersten 20 bis 40 Seiten von der spannenden und unterhaltsamen Geschichte gefesselt. Mag der Titel zuerst darauf schließen lassen, dass man ein für das männliche Zielpublikum geschriebene Buch in den Händen hält, merkt man schon bald anhand der Vielzahl an angesprochenen inhaltlichen Themen, dass das Buch durchaus sowohl Mädchen als auch Burschen anspricht – selbst wenn diese nicht besonders an Computer interessiert sind.
Aufgrund der (mitunter kurz) behandelten Themenvielfalt und des hervorragenden, andauernd gespannten Spannungsbogens kann diese Buch auch jugendlichen Lesemuffeln ab 14 Jahren ohne Bedenken empfohlen werden.

Saskia Hula : Mahlzeit, Monster!

Hula, Saskia:

Mahlzeit, Monster! / Saskia Hula. Mit Farbbildern von Tizia Hula – Innsbruck [u.a.]: Obelisk, 2010. – 78 S. : Ill.

ISBN 978-3-85197-608-3
fest geb. : EUR 11,95

Im tiefen dunklen Wald lebten einmal drei Monster, die vor allem ihren großen, immer währenden Hunger als Gemeinsamkeit teilten. Da sie so gefräßig waren, hatten sie auch schon ihren Monsterwald radikal leer gefressen, sodass sie mittlerweile mit Regenwürmern, Insekten und Schnecken Vorlieb nehmen müssen. Nur mit einem hatten sie bislang ihren Magen noch nie füllen können, ihrer Lieblingsspeise: kleine Kinder. Und so machen sie sich eines hungrigen Tages auf, um außerhalb des Waldes nach ihrer Lieblingsspeise zu suchen. Durch Zufall begegnet ihnen bereits am Waldrand der kleine Erik, der gemeinsam mit seinem großen Bruder Max ein paar Tage bei seiner Tante verbringt. Da die Monster bislang noch nie kleine Kinder zu Gesicht bekommen haben, halten sie Erik prompt für einen kleinen Troll und sind nach dieser überraschenden Begegnung schließlich heilfroh, doch noch einmal mit ihrem Leben davon gekommen zu sein.
Mit „Mahlzeit, Monster!“ ist Saskia Hula wieder ein sehr unterhaltsames Buch gelungen, das vor allem furchtlosen, mutigen Erstlesern ab der zweiten Schulstufe Spaß machen wird. Aber auch die etwas ängstlicheren Leser werden trotz der hie und da ein wenig brutalen Sprache – Monster bleiben eben doch zumindest hinsichtlich ihrer Ausdrücke Monster – ihre Angst vor den drei seltsamen Gestalten verlieren. Spätestens dann, wenn Saskia Hula die Monster auf der ihr eigenen witzigen Art vermenschlicht und die Kinder aus der Sicht der Monster beschreibt.
Gerade dieser „Perspektivenwechsel“ macht die Geschichte auch aus pädagogischer Sicht interessant und verleiht ihr Spannung. Obwohl vielleicht nicht gerade jede Tante hinter ihrem Haus einen waschechten Monsterwald hat, werden wohl doch schon viele Mädchen und Burschen in der Lage von Erik und Max gewesen sein, die wegen einer Reise der Eltern ein paar, vermutlich total langweilige und erschreckend langsam vergehende Tage bei Verwandten verbringen müssen, und sich so auch gut mit ihnen identifizieren können.
„Mahlzeit, Monster!“ ist eine humorvolle und spannende Bereicherung für jeden Kinderbuchbestand.

Heinz Janisch : Die Brücke

¬Die¬ Brücke / Heinz Janisch [Text]. Helga Bansch [Ill.] – 1. Aufl. – Wien : Jungbrunnen, 2010. – [14] Bl. : überw. Ill.

ISBN 978-3-7026-5819-9
fest geb. : EUR 13,90

Der Fluss kennt viele Geschichten. Jene, von Heinz Janisch erzählte, gipfelt in einem Zusammentreffen zweier Giganten – eines Riesen und eines Bären – auf einer schmalen Brücke, welche die beiden Flussufer verbindet. Aufgrund ihrer massigen Statur wird ein gleichzeitiges aneinander vorbei Gehen zu einem Ding der Unmöglichkeit. Auch ein Umkehren kommt für keinen der beiden in Frage. Erst als mehrere Lösungsvorschläge als ungeeignet oder zu riskant eingestuft und verworfen werden, einigt man sich auf ein gemeinsames Vorgehen. Mit ganz kleinen Schritten und fest aneinander geklammert gelingt es dem Riesen und dem Bären schließlich doch, die Brücke trockenen Fußes zu überqueren, sodass sie weiter ihres Weges ziehen können.
Heinz Janisch thematisiert hier auf sehr anschauliche Weise, wie wichtig ein ausgeprägter Gemeinschaftssinn ist, um selbst einfache Probleme lösen zu können. Die Geschichte legt dem Leser aber auch die Notwendigkeit nahe, auf vielleicht äußerlich Beängstigendes (Riese, Bär) ohne Vorbehalte zuzugehen und sich zu offnen, da nur so gegenseitiges Vertrauen – die Grundvoraussetzung zur Lösung dieses Brückenproblems – möglich wird.
Der doch recht einfach gehaltene Text besticht vor allem durch den märchenhaften, lyrischen Anfang, an den man auch am Ende des Buches wieder zurückkehrt. Abgesehen davon handelt es sich bei der Brücke um eine schöne, klar formulierte und einfach verständliche Vorlesegeschichte für Kinder ab 4 Jahren.
Viel interessanter als der solide Text sind jedoch die hervorragenden Illustrationen von Helga Bansch, die mit ihren Bildern eine reichhaltige Entdeckungslandschaft schafft. Vor allem dieser durch klare Linien bestimmter Bilder ist es zu verdanken, dass auch ältere Kinder immer wieder Neues in diesem Bilderbuch entdecken können. Auffallend an den Illustrationen sind auch der immer wiederkehrende Perspektivenwechsel und die aus Comics bekannten Bildeinschübe, die immer wieder zum Staunen verleiten.
Auch die Vorleser werden sich wohl fragen, was die arabischen, chinesischen und sonstigen Schriftzeichen an den Uferfelsen wohl bedeuten mögen. Doch das wird wohl das Geheimnis der Illustratorin bleiben,
Schon allein aufgrund der stimmungsvollen Bilder eine klare Empfehlung für alle Bibliotheken mit Bilderbuchbestand.